Reisehinweise Australien

Diese Hinweise beziehen sich auf den Reisezeitraum, in dem ich unterwegs war, sowie auf die Art und Weise, wie ich gereist bin und was genau ich vorhatte. Sie können daher nicht generell und 1:1 auf andere Reisen übertragen werden.

Ich war Anfang November bis Ende Januar in Australien, was den europäischen Sommermonaten Juni bis August entspricht. Start und Endpunkt war Brisbane. Auf Grund der bevorstehenden Regenzeit bin ich zunächst an der Ostküste entlang in den tropischen Norden gefahren und anschließend von dort zurück, halbwegs an der Küste entlang bis nach Adelaide und von dort dann per Inlandsflug nach Alice Springs. Hintergrund war auch, dass es im Laufe der Zeit in den südlicheren Gegenden immer wärmer werden würde, als das Anfang November noch der Fall war. Mit zwei Ausnahmen habe ich durchgehend im Zelt auf regulären Zeltplätzen übernachtet und es war mein Ziel, möglichst viel wandern zu gehen. Städte & Surfen standen eher nicht auf dem Plan.

Ohne zu scrollen zu den einzelnen Themen springen:

Vorbereitung - Ausrüstung & Kleidung - Telefonieren & Internet - Übernachtung auf Zeltplätzen - Lebensmittel & Versorgung - Wetter & Licht - Wandern - Entfernung & Streckenplanung - Tierbegegnungen - Wasserfälle

 

Vorbereitung

In der Vorbereitung hatte ich als Reiseführer eine alte Ausgabe (2010) dieses Iwanowski-Reiseführers genutzt. Den Lonely Planet hatte ich als E-Book dabei, was vor Ort aber nicht sonderlich geschickt war, da es müheselig war, sich auf dem Reader durch die Vielzahl von Seiten mit Unterkunfts-, Party-, Shopping- und sonstigen Tipps zu blättern, die für meine Reise nicht relevant waren.

Für die Wanderungen habe ich im Internet auf den Seiten der einzelnen Nationalparks recherchiert. Die einzelnen Bundesstaaten haben ihre Webseiten zwar unterschiedlich aufgebaut und verfügen mal über gute und mal über wenige gute Karten und Informationen, aber man erhält so ein erstes Bild über mögliche Wanderungen.

Ausrüstung & Kleidung

Rucksack

Ich flog mit Emirates und hätte 30 kg Gepäck dabei haben können. Da ich mit diesem Rucksack unterwegs war, war die Gepäckmenge jedoch seitens des Rucksacks begrenzt. Zelt, Iso-Matte, Kocher, Kissen, Stativ, Trekking-Stöcke , 1.-Hilfe-Set ... all das nahm ziemlich viel Platz weg, so dass kaum Kleidung hineinpasste. Da lernt man, sich zu beschränken :-). Am Ende wog das Hauptgepäck mit Schutzhülle knappe 22 kg.

Auf den Zeltplätzen außerhalb der Nationalparks besteht eigentlich fast immer die Möglichkeit, Wäsche zu waschen, so dass man nur überlegen muss, wie oft man waschen möchte. Als Kleidung empfiehlt sich der Hitze wegen generell sehr leichte Kleidung. Auch wenn man wandern geht, sollte man Funktionskleidung, die rein auf Kunstfasern basiert, auf Grund der schnellen Geruchsentwicklung zu Hause lassen. Ich hatte als Kompromiss für die langen Wanderungen einige Shirts aus Merinowolle (150er Stärke) dabei. Nass wird die Kleidung auf Grund der Hitze und der Luftfeuchtigkeit so oder so, aber die Merino-Wolle-Shirts haben dann wenigstens nicht gemüffelt.

Jacke

Ich brauchte während der Reise nur ein langärmeliges Shirt und diese Fleece-Jacke. Alle anderen langärmeligen Teile waren umsonst im Gepäck. Die kühlste Temperatur am Morgen betrug 10°C in den Alpen, der Regelfall waren über 30°C.

Auf einigen Zeltplätzen werden die Waschmaschinen nur mit Kaltwasser betrieben! Wer länger unterwegs ist, sollte ich zu Beginn ein kleines Paket Waschpulver kaufen - das ist wesentlich preiswerter, als jedes Mal auf dem Zeltplatz dafür zu zahlen. Es ist durchaus sinnvoll, alte Kleidung mitzunehmen, die man dann am Ende der Reise im Müll entsorgt, da sie dann durch die intensive Nutzung, die viele Sonne und das kalte Wasser beim Waschen hinüber ist. Meine Hosen z. B. waren total sonnenausgebleicht und an diversen Stellen vom Schweiß regelrecht zerfressen.

Zelt

Als Zelt hatte ich mein Wechsel Intrepid 2 dabei, das für Australien nicht notwendig gewesen wäre. Auf Grund von Gestängequalitätsproblemen sollte es aber eh seine letzte Reise antreten und kam deshalb mit. Grundsätzlich genügen einfache Zelte mit möglichst viel Lüftung. Die Hitze staut sich im Zelt und sobald die Sonne aufgeht, wird es zur Sauna. Ich hatte einige heftige Gewitter und unwetterartige Regenfälle (siehe Foto) und war in den Momenten dann doch froh über mein Zelt. Andere haben sich bei solchen Wettern mit Planen aus dem Baumarkt beholfen. Fakt ist, dass das Zelt am Ende einen starken UV-Schaden hatte und im Laufe der drei Monate sehr brüchig geworden war. Überall gab es Risse. Auch das ein Grund, warum man generell kein teures Zelt nutzen sollte.

Schlafsack

Als Schlafsack hatte ich den Sea to summit Spark I dabei, der als Daunenschlafsack mit einer Komforttemperatur von 12°C ganz klein zusammenpackbar ist und nur 385 g wiegt. Nachteil war, dass es aus Gewichtsgründen nur im oberen Drittel einen Reißverschluss gibt, der Schlafsack somit nicht als Decke verwendet werden kann. In vielen Nächten war es jedoch so warm, dass ich lediglich eine leichte Decke gebraucht hätte - es steckten dann nur die Füße im Schlafsack.

Netz

In bestimmten Regionen ist es im Sommer mehr als angeraten, ein Fliegen- oder Mückennetz dabei zu haben. Dort, wo einen die generell besser zu ertragende trockene Hitze erwartet, treiben einen ansonsten die Fliegen in den Wahnsinn. Es gab einige Orte, da war es ohne Netz nicht auszuhalten. Meines hatte seinen ersten Einsatz im Undara Volcanic National Park und dann im Grunde entlang der gesamten Südküste - in den Alpen, dem Wilsons Promontory National Park, westlich von Melbourne entlang der Great Ocean Road, in den Grampians sowie durchgehend im Outback.

Telefonieren & Internet

Da ich über meine deutsche Handynummer weiterhin erreichbar sein wollte, nahm ich zusätzlich ein einfaches, altes Handy mit und kaufte mir eine australische Sim-Card des Telefonanbieters Telstra, der angeblich noch die größte Netzabdeckung haben soll. Für mich war ein Tarif wichtig, mit dem ich möglichst preiswert nach Deutschland telefonieren konnte, und ich entschied mich für den Simplicity Tarif. In Ortschaften hatte ich in der Regel Telefonempfang, außerhalb von Ortschaften nicht immer, in den Nationalparks so gut wie nie. Ob es wirklich die passendste Option war, kann ich mangels Vergleich natürlich nicht sagen. Bezüglich Internet habe ich rein auf kostenlos verfügbares Wi-Fi gesetzt. Ein Großteil der Zeltplätze und Tourist-Informationen bot es in begrenztem Umfang an, der aber ausreichte, um E-Mails zu checken und zu schreiben oder andere Nachrichten zu versenden. Mit tiefergehender Internetrecherche oder -nutzung sah es manchmal jedoch schlecht aus. Aber in der heutigen Zeit ist es wunderbar, mal für eine längere Zeit offline zu sein :-).

Übernachtung auf Zeltplätzen

Auf vielen Zeltplätzen in Ortschaften wird standardmäßig der Stellplatz für 2 Personen berechnet, auch wenn man nur alleine reist. Hin und wieder bekam ich auf Nachfrage 5 AUD Rabatt, aber meist hieß es: Nö! Im Red Centre hingegen war ich durchgängig auf Zeltplätzen, die pro Person abgerechnet haben, was mir natürlich entgegen kam. Da ich mit dem Zelt untwegs war, genügten mir die unpowered sites. In der Regel war es kein Problem, Telefone oder Laptops in der Camp-Küche - sofern vorhanden - aufzuladen.

Es gab leider viele Campingplätze, auf denen man als Reisender mit Zelt in die hintersten Ecken und auf die schlechtesten Plätze abgeschoben wurde. Es gibt eine riesig große Vielfalt an Plätzen, die sich nicht zusammenfassen lässt. Die Sanitäranlagen waren in der Regel bemüht sauber. Kleinere Tierchen (Spinnen, Frösche, Echsen, Schmetterlinge) waren aber oft mit vor Ort und nicht zu vermeiden.

Die Camp-Küchen sind total unterschiedlich ausgestattet. Fast alle haben einen elektrisch oder mit Gas betriebenden Barbecue-Grill (aber nicht mit Grillroste), die meisten einen Kühlschrank und Wasserkocher. Abgesehen davon gibt es dann himmelweite Unterschiede - besser ist, sich auf nichts zu verlassen. Jede Art von Geschirr oder Kochutensilien muss selbst mitgebracht werden.

Die einfachen Zeltplätze in Nationalparks haben natürlich keine Camp-Küchen. Bei denen kann man froh sein, wenn man überhaupt ein Klo hat. Oft sind es Plumps-Klos oder "Trockentoiletten". Einige haben daneben sogar Duschen, andere nicht mal Wasser. Die Buchung und Abrechnung dieser Zeltplätze erfolgt von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich und wenn man länger und durch mehrere Staaten reist, nervt diese Unterschiedlichkeit. Die Online-Buchung ist inzwischen Standard, was natürlich schwierig ist, wenn man flexibel und spontan unterwegs ist und heute noch nicht weiß, wo man morgen landet, geschweige denn, wenn man mal wieder ein paar Tage keinen Internetzugang hat. In Queensland konnte man immerhin noch spontan vor Ort den Platz telefonisch buchen, in der Regel waren die Plätze aber an Orten, an denen es keinen Telefonempfang gab. In einigen Bundesstaaten werden die Plätze pro Person berechnet (z. B. in Queensland), in anderen pro Stellplatz, der für bis zu 6 Personen nutzbar ist (z. B. Victoria), was diese Option für Alleinreisende einfach als zu teuer ausfallen lässt.

Mit ganz wenigen Ausnahmen habe ich Zeltplätze nicht vorgebucht, fand immer etwas. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Campingplätze ab Weihnachten und teils bis Ende Januar, zumindest aber bis kurz nach Jahresbeginn massiv die Preise anheben, da das die Haupturlaubszeit ist. Wenn man dann plötzlich für einen Zeltstellplatz für eine Person 89 AUD zahlen soll, reagiert man schon mal mehr als empört und zeigt dem Personal seine Verärgerung (und sucht das Weite). Hinzu kommt, dass bestimmte Plätze (z. B. an der Küste) zu der Zeit komplett ausgebucht sind.

Stuhl

Einige Zeltplätze verfügen über Sitzmöglichkeiten, oftmals ist es aber sinnvoll, irgendeine Art von Sitzmobiliar dabei zu haben, wenn man nicht nur zwischen Ameisen und anderem Krabbelgetier auf der Erde sitzen möchte. Weit verbreitet sieht man diese Klappstühle, die teils sehr preiswert zu erwerben sind. Ich hatte meinen bei Bunnings für 6,45 AUD gekauft und er hat fast die gesamte Zeit durchgehalten.

Lebensmittel & Versorgung

Da ich drei Monate unterwegs war, waren opulentes Essen und Restaurantbesuche finanziell nicht drin. Für so einen Zeitraum ist es aber möglich, alles mal ein wenig zu reduzieren. Ich habe mich überwiegend in den Supermärkten Coles und Woolworth eingedeckt. Schwieriger war die Tatsache, dass ich angesichts der Hitze auf haltbare Lebensmittel setzen musste. Extra eine Kühlbox zu kaufen, die an die Stromversorgung des Autos angeschlossen werden kann, war zu teuer. Und eine normale Kühlbox ist sinnlos (ich hatte eine, sie war sinnlos), da bei der Hitze tagsüber alles "kaputt" geht, was einen Kühlschrank braucht.

Melonenstand

In drei Monaten kommt man gut mit 1 kg Trockenmilch aus und man überlebt die abwechslungslose Küche von Müsli am Morgen und Trocken-Nudel-Fertiggerichten am Abend :-). Obst und Gemüse an Straßenständen bzw. direkt am Feld zu kaufen, ist spannender und preiswerter, als dies im Supermarkt zu tun.

Wasser aus dem Hahn ist in der Regel stark gechlort. Für mich, die ich jetzt viele Jahre das isländische Wasser gewohnt war, war es nur schwer erträglich, dieses Wasser zu riechen, geschweige denn, es zu trinken. Es gibt in den Supermärkten aber relativ preiswerte 10-l-Kanister Wasser (3,50 - 4,00 AUD), die man im Auto unproblemtisch transportieren kann. Der Flüssigkeitsverbrauch ist bei der Hitze natürlich enorm. Auf meiner Trekkingtour war es nicht möglich, die notwendige Wassermenge mitzunehmen und das Wasser auf den Zeltplätzen kam aus Bächen und musste behandelt werden. Ich hatte Tabletten dabei, andere Wanderer UV-Filter. Auf jeden Fall sollte, wer eine Trekkingtour plant, im Vorfeld über Wasserbehandlungsmöglichkeiten nachdenken. Sonst hängt man auf den nicht vorhanden Klos ;-).

Wetter & Licht

Rückblickend würde ich sagen: alles richtig gemacht und viel Glück gehabt. Als ich Anfang November landete, lagen die Temperaturen in Queensland bei 31°C und hielten sich die gesamte Zeit tagsüber in den 30ern. Die Regenzeit hatte noch nicht begonnen und überhaupt war es wohl ein sehr trockener Sommer. In Sydney und um Melbourne herum war es mal etwas frischer mit um die 25°C, dafür ging es im Outback über die 40°C-Marke. Ich hatte insgesamt sehr wenige Regentage, dafür aber die heftigsten Gewitter und die heftigsten Regenschauer, die ich bisher je erlebt habe. Meine Regenkleidung fuhr dennoch umsonst im Gepäck spazieren.

wandern

Die hohe Luftfeuchtigkeit in den Tropen sorgte dafür, dass einem der Schweiß den Körper herunterlief, ohne dass man sich auch nur einen Zentimeter bewegte. Sobald ich dann auf Wanderung ging oder gar einen Berg in Angriff nahm, waren sämtliche Kleidungsstücke im Nu komplett durchnässt. Das fühlt sich am Anfang wenig schön an, aber man gewöhnt sich daran. In den Subtropen oder im Süden war ich froh, wenn die Kleidung beim Wandern nur dort durchnässt war, wo der Rucksack hing. Wandern war aber insgesamt eine sehr schweißtreibende Angelegenheit.

Die ersten Tage im hohen Norden ging die Sonne um 05:45 Uhr auf und kurz nach 18 Uhr unter. Ein längeres Schlafen war wegen der extrem lärmenden Vögel dann nicht mehr möglich und abends im Dunkeln hätten einen eh nur die Mücken aufgefressen. Insofern war es völlig okay, mit der Sonne aufzustehen und mit ihr auch ins Bett zu gehen. Die Zeit, in der ich tagsüber aktiv unterwegs war, war dennoch lang genug. Weiter im Süden verschoben sich Sonnenauf- und -untergang ein wenig nach hinten.

Wandern

wandern

Eigentlich war schon bei der Recherche klar, dass es mit dem Wandern nicht so leicht sein würde. Es scheint das Motto zu herrschen: Wer sich im Sommer mehr als 500 m zu Fuß bewegt, ist selber Schuld. In vielen Nationalparks gibt es eine gewisse Anzahl kurzer Spazierwege zu Aussichtspunkten. Aber wenn man etwas mehr wandern möchte, dann wird es schnell eng. Die Wege werden ungepflegt, hindernisübersät, sind schlechter ausgeschildert und bieten wenig Aussicht. Erstaunt war ich in den Alpen, dass konkrete Wanderwege ausgeschildert sind, deren Startpunkt man nur per Auto erreichen kann, es dann aber weit und breit keinen Parkplatz gibt. Man muss also auf der Straße parken. Es gibt ein paar mehrtägige Touren, aber der Transfer zum Startpunkt oder vom Endpunkt zurück zum eigenen Auto ist nur schwer zu organisieren. Die Informationslage zu diesen Touren empfand ich - im Gegensatz zu Neuseeland - als sehr dürftig.

wandern

Im Outback werden dann gewisse Wanderstrecken im Sommer entweder komplett gesperrt oder bei Erreichen bestimmter Temperaturen ab einer Uhrzeit X. Bei einer Wanderung war es so, dass sie an Tagen mit total fire ban gesperrt war. Einerseits sind mögliche Feuer und die dann schlechten Evakuierungsmöglichkeiten Gründe für die Sperrungen und Schließungen, andererseits die Erfahrung mit Wanderern, die in der Vergangenheit sich überschätzt und die Hitze unterschätzt haben, die dann nur unzureichend ausgerüstet losgezogen waren und gerettet werden mussten. All das muss man berücksichtigen, wenn man im Sommer unterwegs ist.

Neben einem ausreichenden Wasservorrat, den ich auf den Touren immer dabei hatte, hätte ich im Regenwald oftmals gerne eine Machete gehabt, um unverwundet durchs Gestrüpp zu kommen. Auf einigen Touren und nach Regen war es wichtig, sich gegen Blutegel zu wappnen, die gnadenlos über einen herfallen und die ich als etwas absolut Widerwärtiges empfunden habe.

Aus Platzgründen hatte ich keine Wanderstiefel dabei, sondern Halbschuhe, die eine Mischung aus Wanderhalbschuh und Turnschuh waren. Für sämtliche Wanderungen, auf denen ich unterwegs war, genügte diese Art Schuhe vollkommen.

Entfernungen und Streckenplanung

Karte

Australien ist unglaublich groß - es ist nicht nur ein Land, sondern ein ganzer Kontinent und ganz Europa passt mehr als einmal hinein. Wenn man sich rein die Landkarte anschaut, wird einem das wenig bewusst. Wenn man Streckenplanung betreibt und weiß, dass man zwischen zwei Punkten 380 km fahren muss, hat man eine kleine Idee davon, dass es lang werden könnte. Aber erst, wenn man dann tatsächlich einige Hundert Kilometer von einer Sehenswürdigkeit zur anderen und dabei durch ein großes, langweiliges Nichts fährt, dann spürt man, wie riesig dieses Land ist.

Mich hat dabei am meisten genervt, wenn ich Kilometer um Kilometer gefahren bin, ohne etwas zu sehen. Schnurgerade Straße, eine Baustelle nach der anderen und links und rechts nur Bäume. Im Daintree Nationalpark war nicht mal mehr der Himmel zu sehen. Puh! Man kommt durchaus mit einem Schnitt von 90-95 km/h vorwärts, weit mehr als auf deutschen Landstraßen. Aber dieses große Nichts dazwischen, das langweilt enorm und macht die Strecke elendig lang. Wer also nicht nur im Auto sitzen, sondern auch etwas sehen und/oder tun möchte, sollte nicht zu lange Tagesetappen planen. Lieber die Reiseregion an sich eingrenzen und nur einen kleinen Teil des Landes erkunden, als den gesamten Urlaub im Auto zu verbringen.

Tierbegegnungen

Tierchen

Es gibt so ein paar Tierchen, da war ich froh, dass sie mir nicht begegnet sind. Es betraf vor allem solche, die nachts unterwegs sind. Wie heimelig geschützt ist man doch in seinem Zelt! Vor denjenigen jedoch, die die meisten mit Australien und meiden verbinden, verlor ich bald die Angst, nicht aber den Respekt. Ganz vornean: Schlangen. In den meisten Fällen verkrochen sie sich lehrbuchmäßig im Gebüsch, sobald sie meine nahende Anwesenheit spürten. Nur bei wenigen Exemplaren hatte ich die Chance, sie auch zu fotografieren. Bei den Spinnen habe ich noch weniger nachgedacht. Spinnen waren einfach immer präsent. Ich versuchte zwar hin und wieder mir die beiden Exemplare bildlich vors Auge zu rufen, die ungesund sind, aber es gelang mir nicht. Und so ließ ich die Spinnen außer Acht.

Känguru

Mit reichlich Respekt war die Begegnung mit großen Kängurumännchen oder auch mit den Emus verbunden - einfach, weil sie so massiv sind. Wenn so ein Mr. Ich-zeig-dir-meine-Muskeln dicht vor dir steht und nicht weichen will, dann schaust du schon, wo der Notausgang ist.

Auf der anderen Seite dauerte es eine ganze Weile, bis ich überhaupt ein lebendes Känguru zu Gesicht bekam. Die ersten Tage sah ich sie nur tot am Straßenrand liegen, da sie nichts besseres zu tun haben, als in der Dunkelheit am Straßenrand zu sitzen und genau dann auf die Straße zu springen, wenn ein Auto kommt. Mit einer Ausnahme war ich daher auch nie in der Dunkelheit unterwegs. Toll und faszinierend ist es wiederum dann, wenn man ganz viele Kängurus auf einem Haufen sieht. Merkwürdig ist es, wenn sie nachts um das Zelt herumhoppeln und laut schmatzend fressen. Nur die dünne Zeltwand von einem selbst entfernt.

Koala

Koalas wiederum sind extrem knuffig - sobald man welche sieht, glüht der Auslöser und alle um einen herum geraten in Verzückung, auch Australier. Denn leider bekommt man sie in freier Wildbahn nicht wirklich häufig zu Gesicht. Aber für alle, die nicht das Glück haben, gibt es genügend Zoos, wo man sie zu sehen bekommt. Und wer es unbedingt braucht, kann in einigen dieser Anlagen auch einen Koala für 10 Sekunden auf dem Arm halten, um sich anschließend gegen Kleingeld das Foto dazu zu kaufen. Mir genügte es völlig, sie anzuschauen. Und ja, ich war genauso verzückt.

Echse

Begeistert war ich zudem von nahezu jeder Form von Echsen, die fast immer ein klasse Fotomotiv waren. Wombats hingegen habe ich außerhalb von Zoos nie lebend gesehen - aber immerhin mal tot am Straßenrand. Hin und wieder dachte ich, im Meer einen Hai entdeckt zu haben, aber am Ende waren es jedes Mal Surfer.

 

Wasserfälle

Wasserfall

Wasserfälle sind ein Thema, dem man sich in Australien zum Ende der Trockenzeit besser nicht nähert. Sie waren schlicht nicht vorhanden. Natürlich hatte ich einige Wasserfälle auf meinem Reiseplan. Anfangs. Denn recht bald entschied ich, für keinen Wasserfall mehr einen Abstecher zu fahren. Oft war es nur mit Stativ und Langzeitbelichtung möglich, überhaupt nachzuweisen, dass dort Wasser floss. Erstaunlich war es jedes Mal, wenn ich Fotos aus anderen Jahreszeiten sah - da ist durchaus viel Wasser im Spiel. Aber eben nicht zum Ende der Trockenzeit - da sollte man sich besser auf andere Ziele konzentrieren.

 

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