Baden in Island

Viele Reisende verbinden mit Island die Vorstellung, dass man dort in heißen Quellen baden kann. Das ist grundsätzlich richtig, nur müsst euch von der Idee trennen, dass ganz Island mit heißem Wasser aus der Erde versorgt wird und ihr an jeder Ecke in eine heiße Quelle springen könnt. Es gibt tatsächlich Regionen in Island, in denen kein heißes Wasser aus der Erde zur Verfügung steht und in denen Wasser elektrisch erhitzt wird, alternativ auch im Zuge der Müllverbrennung.

Krossneslaug heiße Pötte Reykjaneslaug

Eine interessante Übersicht über die Schwimmbäder und heißen Pötte Islands findet ihr auf der Seite hotpoticeland.com. Hot Pot oder heißer Pott werden sie übrigens aus der isländischen Übersetzung heraus genannt: heitur pottur bedeutet übersetzt heißer Topf/Pott. Das Wort laug, das euch ganz oft begegnet, bedeutet warme Quelle und auch Schwimmbad (auch: sundlaug). Die offiziellen Schwimmbäder (in der Regel: Freibäder) findet ihr auf dieser Seite mit Zusatzinformationen gelistet: sundlaugar.is. Daneben gibt es noch die Seiten der Freunde des Wassers, die aktuell aber nur Bäder, Pötte und Quellen der Westfjorde gelistet haben.

Es gibt aber auch einige heiße Quellen, die nirgendwo gelistet werden. Und wenn ihr Worte wie secret lagoon hört oder Geheimtipps, zu denen sogar Tagestouren hinführen, dann könnt ihr davon ausgehen, dass ihr vor Ort nicht alleine seid.

Lange Zeit gab es als "besonderes" Bad nur die Blaue Lagune auf der Reykjanes-Halbinsel, deren Marketing so geschickt war, dass man das Gefühl hatte: Hier muss ich rein, sonst war ich nicht in Island. Über die Jahre heftig gestiegene Eintrittspreise ließen das "Muss-ich-rein-Bedürfnis" jedoch bei dem einen oder anderen verblassen. Inzwischen gibt es im ganzen Land weitere Bäder, die auf ähnlicher Welle unterwegs sind. Ich kann nicht versprechen, dass ich alle nenne, da ich nicht mehr alle kenne. Die Reihenfolge bedeutet keinerlei Wertung: die Blaue Lagune nahe Grindavík auf der Reykjanes-Halbinsel, Bad und Dampfbäder des Fontana in Laugarvatn in Südisland (zwischen Þingvellir und Geysir), das Bad Vök Bath nördlich von Egilsstaðir im Osten des Landes, das Bad GeoSea in Húsavík im Norden des Landes, das Mývatn Nature Bath am See Mývatn im Norden des Landes, das Bad Krauma direkt neben Europas größter Heißwasserquelle Deildartunguhver in der Borgarfjörður-Region nahe Reykholt.

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Irgendwo habe ich mal ungefähr den Satz gelesen: Nichts in Island ist so stark reglementiert wie der Schwimmbadbesuch. Das ist gar nicht so abwegig:

Duschschild
  1. Schuhe werden vor der Umkleide ausgezogen und ins Regal gestellt, alternativ in einem Beutel mit in die Umkleide genommen / in den Schrank gestellt.
  2. Ihr geht nackt von der Umkleide in den Duschbereich, nehmt euer Handtuch mit und legt es dort ab (Fächer/Haken sind vorhanden).
  3. Ihr duscht euch nackt und mit Seife und ganz besonders intensiv an den markierten Stellen.
  4. Jetzt dürft ihr den Pool betreten.
  5. Nach dem Badevergnügen trocknet ihr euch erst ab, bevor ihr die Umkleide wieder betretet.

In den Schwimmbädern ist in der Regel Seife im Duschbereich vorhanden und meist findet ihr auch einen Fön in/bei den Umkleiden. Die Badezeit ist in der Regel unbegrenzt.

Badestelle in Landmannalaugar

Für heiße Quellen draußen in der Natur gilt: Wann immer eine Dusche vorhanden ist, nutzt sie VOR dem Baden. Es ist selbstverständlich, dass ihr keinerlei Seife oder andere Chemikalien mit in den Hot Pot nehmt.

Das Baden draußen in der Natur erfolgt immer auf eigene Gefahr.

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zuletzt aktualisiert: 26.09.2019